Was bedeuten Gesundheit und Gesundheitsförderung im Setting Kita?

Gesundheit ist etwas sehr Individuelles und wird beeinflusst durch eine Vielzahl von Faktoren. Wann Gesundheit aufhört und Krankheit anfängt, wird von jedem Menschen ganz unterschiedlich beurteilt. Neben Erkrankungen haben persönliche und soziale Ressourcen einen großen Einfluss darauf, wie das eigene Wohlbefinden erlebt wird.

Wie Gesundheit entsteht

Gesundheitsförderung konzentriert sich nicht ausschließlich darauf, Krankheiten zu vermeiden, sondern fragt vor allem, wie Gesundheit entstehen kann und was Menschen dazu brauchen. Wenn günstige Voraussetzungen geschaffen werden, können Menschen Gesundheitspotentiale entwickeln.
Ein wichtiger Aspekt ist die Befähigung des Einzelnen, sich selbst um seine Gesundheit „kümmern“ zu können. Es sollte jedem Menschen ermöglicht werden, gesundheitsfreundliches Verhalten zu lernen und zu leben. Dabei muss neben dem Zugang zu Informationen auch der Zugriff auf Fördermöglichkeiten bei Bedarf realisiert sein.

Gesunde Lebenswelten schaffen

Notwendige, günstige Lebensumstände zu schaffen, bedeutet beispielsweise ein unterstützendes soziales Umfeld und gesunde Arbeits-, Lern- und Spielräume zu realisieren. Nicht nur das Verhalten des Einzelnen, sondern vor allem die Verhältnisse, in denen man lebt und aufwächst sind entscheidend.

Ein wichtiger Ort während der ersten Jahre des Aufwachsens ist für viele Kinder die Kita. Wir sprechen vom „Setting Kita“ – das deutet darauf hin, dass die Kita ein Teil der Lebenswelten der Kinder darstellt. Also ein Ort, an dem sie viel Zeit verbringen und an welchem sie wichtige soziale Kontakte haben: Er ist Teil jener Verhältnisse, die einen Einfluss auf die Gesundheit der Kinder haben.

Gleichzeitig bedeuten die Begriffe Setting und Lebenswelt, dass sie in einem positiven Sinne verändert werden können.

Somit hat die Kita das große Potential, ein Ort zu sein oder zu werden, an dem Gesundheit gefördert wird beziehungsweise entstehen kann.

Hieraus entwächst die Verantwortung, die Kita als ein günstiges Umfeld für das körperliche, geistige und soziale Wohlergehen von Kindern zu gestalten.

Neben den Kindern gehören alle Beschäftigten aus dem pädagogischen und nicht-pädagogischen Bereich sowie die Eltern zu den Zielgruppen der Gesundheitsförderung im Setting Kita.

Jede Kita hat einen eigenen Kontext zu berücksichtigen und unterscheidet sich laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von anderen Kitas durch folgende Gegebenheiten:

  • das Umfeld der Kita
  • räumliche, soziale, finanzielle Voraussetzungen der Kita
  • den Träger
  • länderspezifische Bedingungen
  • konzeptionelle Bedingungen
  • die Teamzusammensetzung
  • die Kinder und deren Eltern
Gesundheitsförderung in der Kita: Ganzheitlich und alltagsgebunden

Die Kita als Setting ist weit mehr als ein Ort für die Umsetzung von Standardprogrammen oder Einzelprojekten. In der Kita geht es vielmehr darum, den Alltag gesundheitsförderlich zu gestalten. Denn erst dies ermöglicht einen natürlichen Umgang mit gesundheitsförderlichen Maßnahmen und hat dadurch nachhaltige Auswirkungen auf einen gesunden Lebensstil. In der Kita können Kinder bereits in den ersten Lebensjahren gesundheitsförderliches Verhalten ganzheitlich und altersgemäß erleben und erfahren.

Dabei ist es wichtig, dass Gesundheitsförderung nicht nur punktuell oder zeitlich begrenzt mittels einzelner Maßnahmen und Projekte umgesetzt, sondern dauerhaft im Kita-Alltag verankert wird. Gesundheitsförderung orientiert sich zu allererst an den Bedürfnissen und dem Alltagsleben der Kinder. Entsprechende Erfahrungsräume bieten den Kindern die Möglichkeit, sich auszuprobieren, Neues zu erleben und sich eigenständig – aber pädagogisch begleitet – die Welt anzueignen.

Verknüpfungen und Handlungsfelder der Gesundheitsförderung im Setting Kita

Gesundheitsförderung ist in den heutigen Bildungsprogrammen gesetzlich verankert. Gesundheit kann dabei nicht losgelöst von anderen Bildungsbereichen betrachtet werden, sondern stellt eine komplexe Querschnittsaufgabe dar. Sie weist zahlreiche Anknüpfungspunkte didaktischer und inhaltlicher Art zu anderen Bildungsthemen auf.

Das gesundheitsförderliche Setting Kita hat viele Verknüpfungen zu anderen Bildungsbereichen und unterstützt die ganzheitliche Entwicklung von Kindern. Dennoch lässt sich die Gesundheitsförderung im Setting Kita auch in eigene spezifische Bereiche gliedern.

Zu den entsprechenden Handlungsfeldern gehören unter anderem:

  • Bewegungsförderung
  • gesunde Ernährung
  • psychosoziales Wohlbefinden
  • Suchtprävention
  • Gewaltprävention
  • Unfallprävention
  • Körpererfahrung / Sexualpädagogik
  • Zahngesundheit
  • Gesundheit von Erzieherinnen und Erziehern


Zusammengefasst bedeutet Gesundheitsförderung in der Kita, allen Beteiligten ein positives Konzept von Gesundheit zu vermitteln, das an den Lebens- und Arbeitsbedingungen ansetzt und die Gesundheitsressourcen der Kinder und ihrer Familien, aber auch die der Beschäftigten der jeweiligen Einrichtung, stärkt.

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Gesundheitsförderung in der Kita:

Zusammengefasst bedeutet dies, allen Beteiligten ein positives Konzept von Gesundheit zu vermitteln.

Dieses setzt an den Lebens- und Arbeitsbedingungen an und stärkt die Gesundheitsressourcen der Kinder, deren Familien, aber auch der Beschäftigten in der jeweiligen Einrichtung.

 

Setting...

... bezeichnet diejenigen Lebensbereiche, in denen die Menschen den größten Teil ihrer Zeit verbringen (besispielsweise der Arbeitsplatz, Kita, Schule, Wohnort u.s.w.).

Settings sind soziale Systeme. Sie haben einen starken Einfluss auf die Gesundheit, sind zeitgleich Bedingung und Grundlage von Gesundheit.

 

Literatur zum Thema:

  • Bengel, J., Strittmatter, R. & H. Willmann (2001): Was erhält Menschen gesund? Antonovskys Modell der Salutogenese - Diskussionsstand und Stellenwert. Köln: BZgA.
  • BZgA (Hrsg., 2002): Früh übt sich. Gesundheitsförderung im Kindergarten. Impulse, Aspekte und Praxismodelle. Köln: BZgA.
  • Richter, A. & T. Altgeld (2004): Gesunde Kita für alle! Leitfaden zur Gesundheitsförderung im Setting Kindertagesstätte. Hannover: Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.